Das war die 2. Schönbrunn – Rennsteig – Distanz

14.-16.06.2019 in Frauenwald am Rennsteig
Streckenlängen:
KIRI 5km (14.06.2018), MTR 141km, EFR 28km, KIRI 5km
zusätzlich Triathlon
: Läufer, Radfahrer, Reiter, 1-3 Personen pro Team möglich, 1 Läufer, 1 Radfahrer, 1 Reiter
Veranstalter: Anke Stein, Kathrin Hohmann

Nun wollte ich ihn endlich selbst einmal reiten, den von Anke Stein und Katrin Hohmann ausgeschriebenen Mehrtagesritt über 80 und 60 km. Zeitgleich sollte ein ganz besonderer Triathlon sein Debüt am Sonntag haben. Reiten – Laufen – Radfahren. Dazu später mehr.
Im letzten Moment sollte mir das Schicksal jedoch einen Strich durch die Rechnung machen. Meine Stute Tibniy Bint Tuffaha hatte am Hinterbein eine angelaufene Sehne. Aus der Traum…
Doch Anke bot mir ihren Scharif für den ersten Rittag am Samstag über 80 km an. Ich nahm natürlich gerne an. So erreichten wir am Freitag am späten Nachmittag Frauenwald. Es herrschten angenehme Temperaturen. Nach kurzer Begrüßung und bestandener Voruntersuchung ging es für Sharif mit Hermine Stein im Sattel und mich gleich auf den Kinderritt über 5km. Die freute sich so richtig, als erste über die Ziellinie zu tragen, vor ihrem Bruder auf Shaquille, der von Anke begleitet wurde. Später am Abend dann die Vorbesprechung für den Mehrtagesritt im Zelt, in dem auch die Meldestelle untergebracht war. Es sollte mit 12 genannten Reitern eine familiäre Veranstaltung werden. Für Verpflegung war bestens gesorgt. Thüringer Rostbratwurst sowie verschiedene Salate wurden angeboten und schmeckten hervorragend.
Um 7 Uhr am Samstagmorgen startete die Reiter in kleinen Gruppen in den auf die anspruchsvolle bergige Strecke.  Ausblicke zwischen den vielen Auf- und Abstiegen belohnten uns für die Mühen. Schon war der Vetcheck erreicht. Alle durften weiter. Bald zog sich das fällt auseinander. Ein hohes Tempo würde wohl nicht geritten werden. Sharif bestand alle Kontrollen tadellos und brachte mich nach 80km glücklich ins Ziel. Was für ein tolles Pferdchen.
Am zweiten Tag wurde der Start aufgrund der steigenden Temperaturen für die Reiter des Mehrtagesrittes und auf 6 Uhr vorverlegt. Eine Stunde später wurde es ernst für die Teilnehmer des Triathlons. Genannt hatten 13 Teams die jeweils aus einem Reiter, sowie Läufer und Radfahrer bestanden. Es starteten die Reiter auf den 28 km langen Einführungsritt. Eine 14 km lange Runde bis hinunter zur Talsperre und wieder hinauf musste zweimal bewältigt werden, dazwischen eine 40 minütige Pause. Sowie der Teamreiter im Ziel war, machte sich der Läufer auf 14 km Laufstrecke. Zum Schluss hieß es für die Radfahrer, wie schon bei den Reitern, 2 x 14 km, allerdings ohne Pause. Hier begegneten sich die drei verschiedenen Sportarten, die zumindest was das Reiten betrifft, so nicht so oft aufeinandertreffen. Für alle eine erfrischende Erfahrung und eine gelungene Premiere.
Nicht  vergessen werden sollen die Reiter des Mehrtagesrittes, welche im Laufe des Vormittags ebenfalls nach 60km ins Ziel kamen. Hier war wie schon am Vortage ein früheres Beenden möglich. Sie wurden unter Applaus empfangen. Als Gesamtsieger der beiden Tage mit insgesamt 140km Helena Reinstädtler mit Sabrina, einem lettischen Warmblut hervor, gefolgt von Anja Ritz auf ihrem Quarab Desmosedici und Jelena Schaffert mit dem Vollblutaraber Al Alysha Al Azim. Herzlichen Glückwunsch.
Am Sonntagnachmittag machte wir uns mit vielen neuen Eindrücken auf den Nachhauseweg. Hinter uns liegt eine liebevoll organisierte Veranstaltung bei der für jeden etwas dabei war. Nette Helfer Tierärzte und eine tolle Strecke. Im nächsten Jahr kommen wir gerne wieder.

(Wenke Löwel)

Ab auf die Strecke
Eigentlich hatte ich nie das Bestreben einmal einen Distanzritt zu bewältigen. Vorurteile bis gar keine Vorstellung was mich auf diesen Wettbewerben erwartet, waren der Grund.
Dass es einmal anders kommen würde, lag an meinem ersten Besuch der Schönbrunnrennsteig-Distanz in Frauenwald, vor einem Jahr. Als Gast natürlich. Es war damals 7 Uhr morgens , als die Reiter an den Start gingen. Und ich habe die Welt nicht mehr verstanden. Über dem Frauenwald lag eine Ruhe, wie ich es von Reitsportwettbewerben nicht kannte. Keine Aufregung, keine Hektik, einfach ein paar Reiter, die sich auf den Weg ins Gelände machten. Das war der entscheidende Punkt.
Ein Jahr später, es war wieder 7 Uhr morgens, stand ich da, im Frauenwald und machte mich auf den Weg zum Start. So ganz entspannt war ich nicht, war es doch mein erster Distanzritt und ich wusste nicht, was mich so alles erwarten würde. Aber was soll ich sagen, die Hilfsbereitschaft und das Verständnis für meine Nervosität waren groß, ich fühlte mich zu keiner Sekunde allein gelassen.
Und dann ging es auch schon los. Vor mir lagen 28 Kilometer Strecke durch den wunderschönen Thüringer Wald, mit meinem Pferdchen, dass selbst noch Neuling auf diesem Gebiet war. Nach den ersten Kilometern war sämtliche Anspannung verflogen und wir, mein Scheckchen und ich, konnten die Strecke einfach nur genießen.
Sowohl vor und nach dem Ritt, aber auch auf der Strecke waren wir umgeben von zuvorkommenden Menschen und Pferden und das Ganze hat einfach das gebracht, worum es mir am Meisten geht. Spaß und Freude am Reiten. Nach 28 Kilometern im Ziel angekommen, waren die Läufer und Radfahrer an der Reihe. Und obwohl wir uns vorher nicht kannten, stellte sich auch hier schnell eine Zusammengehörigkeit ein. Ich kann nur „Danke“ sagen, an alle, die dieses Wochenende zu dem gemacht haben, was es war. Für die Organisation, das Zusammenstellen der Teams, die Hilfe, Beratung und Unterstützung. Und besonders und vor allem an mein Pferd, dass so großartig und wunderbar war. Wir kommen gern wieder.“

(Uta Tittelbach)